Programm Kurzfilmabend 2024

Bei unserem Kurzfilmabend präsentieren wir besondere Positionen und bevorzugt Filme, die sich um intersektionellen Feminismus drehen oder kulturelle und sexuelle Zwischenräume betrachten. Außerdem zeigen wir Filme, die besonders persönlich und künstlerisch sind. Alle Beiträge sind in den letzten fünf Jahren entstanden.

Die Veranstaltungen sind offen für Personen jedes Geschlechts.

Wir freuen uns auf viele Zuschauer*innen!

PROGRAMM 

Start
um 19:00 Uhr
Abgebrüht von Carlotta Spadano, Sybille Hilgert, Claudia Schlutter
Ala Baly von Anja Jennel
Irgendwie ein Organismus von Karla Stindt
Der Nachbar von Asbirg Naranjo
Referee von Mina Schelpmeier
Schöner als Zuhause von Marie Pauline Bagh
Erzählst du mir meine Geschichten? von Manuela Amarante Puerta
The Cervix Pass von Marie Bottois

                                               

EINTRITT           
8 Euro (5 Euro ermäßigt)
mit Bielefeld-Pass: 1 Euro
(mit Ausweis Ermäßigung für Schüler*innen, Studierende, Azubis und Menschen mit Behinderung)

Tageskasse, kein Vorverkauf
keine Reservierungen

Kasse und Einlass ab 18:30 Uhr

Adresse/Anfahrt zum Filmhaus Bielefeld und der VHS Bielefeld unter Info
8. bis 10. März 2023: Büchertisch der mondo buchhandlung!

Die Programminfos:



„Abgebrüht“
2:20 Min., von Carlotta Spadano, Sybille Hilgert, Claudia Schlutter

Im Saloon will ein Cowboy mit sexistischem Wortwitz eine Pokerrunde von Frauen aufmischen. Diese machen ihm wortwörtlich Dampf.

Die 3 Filmemacherinnen aus OWL, Mediengestalterin und Kamerafrau Carlotta Spadano, Designerin und Regisseurin Claudia Schlutter sowie Journalistin und Drehbuchautorin Sybille Hilgert arbeiten seit 2 Jahren bei unterschiedlichen Filmprojekten zusammen. Ergebnisse der kreativen Verbindung sind unter anderem ein filmisches Kurzportrait des Fotografen Veit Mette sowie der Kurzfilm „Abgebrüht”, entstanden aus dem Wunsch, mal einen Western aus weiblicher Perspektive drehen zu wollen. Spadano und Schlutter sind zudem für die feministische Singer-Songwriterin Mina Richman im Bereich Musikvideos aktiv und arbeiten aktuell mit ihr am dritten, gemeinsamen Projekt.

„Ala Baly“
10 Min., von Anja Jennel (Regie, Schnitt, Text), Rena Wieser (Sound), Leonie Friedmann (Kamera)

„Ala Baly“ ist im April 2023 entstanden, im Rahmen eines Workshops zum Thema LIMINALITIES (Schwellenzustände). Eingeleitet durch die Frage, wie es sich denn für mich anfühlt, in diesem (kulturellen?) Schwellenzustand zu sein, in dem ich mich eben befinde oder auch nicht, schenke ich dem Publikum einen ziemlich rohen Ausschnitt aus der Erfahrungswelt einer Frau, die das ist, was ihr zu erahnen schafft. Ich habe penibel darauf geachtet, dich nicht an Aktivismus oder Politik zu erinnern, aber dennoch all ihre Themen angesprochen. Ich wette, das nächste Mal wenn du jemanden kitzelst, der schwächer ist als du, hörst du früher damit auf, als bevor du meinen Film gesehen hast.

Es ist mein erster Film, und es fällt mir nicht leicht ihn einem Genre zuzuordnen. Er hat auf jeden Fall einen autoethnografischen Ansatz, das Narrativ ist ein Text den ich geschrieben habe. Über mich und viele andere, denn Emotionen sind kein Unikat, ganz im Gegenteil. Er (der Text) ist flüssig, und hat etwas Hypnotisches. Visuell ist er (der Film) sehr haptisch und sensorisch, die Bilder schmiegen sich der Erzählung. Und zum Schluss schlägt ein Song ein (BAADAK ALA BALY, Fairuz).

Ich heiße Anja Jennel, bin 29 Jahre alt und lebe in Köln, vor einem Jahr war ich noch in Wien. Ich bin gekommen, um meine Karriere einem neuen Berufsfeld zu widmen. Ich arbeite in einer Filmproduktionsfirma (und in einer Pizzeria), und studiere im 3. Mastersemester anthropologischen Dokumentarfilm.

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„Irgendwie ein Organismus“
7:49 Min., Kamera, Regie, Schnitt: Karla Stindt, Kamera-Assistenz: Malte Higgens, Interview, Regieassistenz: Marike Flömer, Set Runner: Sevda Melek Bilan, Sounddesign: Richard Opoku-Agyemang

Der Kurzfilm untersucht das Gefühl von Stärke und Vertrauen. Die Kamera beobachtet den Körper als Bewegungsapparat in einer selbstorganisierten FLINTA* Selbstverteidigungsgruppe und legt dabei viele Facetten frei. Was bedeutet es, wenn sich der Körper verändert? Wie fühlen sich Schläge an oder auch welche zu verteilen? Der Film ist im Rahmen des partizipativen Kurzfilmprojekts ‚fem goes short‘ enstanden (Instagram).

Karla Stindt beendete 2017 das Studium der Sozialen Arbeit seither arbeit sie freiberuflich als Filmemacherin vor allem im Bereich des Dokumentarfilms und als freie Mitarbeiterin in medienpädagogischen Projekten beim Medienprojekt Wuppertal e.V. 2022 rief sie mit Marike Flömer die feministische Kurzfilminitiative ‚fem goes short‘ ins Leben das FLINTA* in der Filmbranche unterstützt. 2023 realisierte sie den Dokumentarfilm ‚Wir müssen nicht alles erzählen‘ der das Stadtkollektiv Düsseldorf während der Theaterproduktion ‚Solingen 93‘ begleitet. Ende 2023 wird der Film über die Landeszentrale für politische Bildung zugänglich gemacht.

„Der Nachbar“
16 Min., Asbirg Naranjo

Der Rentner Herr Kummer will unbedingt zu einer Weihnachtsfeier seiner entfremdeten Familie, die ihn überraschend eingeladen hat. Eine Geschichte über den Verlust von Illusionen.

Asbirg Naranjo (*1987) wuchs auf einem Bauernhof auf. Ihre Reise umspannt Kontinente, von Zürich nach Pemba (Mosambik), London, São Paulo und Münster. Das Filmemachen ist ihr Kompass, egal wo sie sich befindet. Ihre Kurzfilme SELDA, FLORES und DER NACHBAR eröffnen neue Perspektiven und wecken Emotionen. DER NACHBAR gewann als bester internationaler Film auf der Long Island International Film Expo 2023 in New York.

Instagram

Instagram: Der Nachbar

„Referee“
3:17 Min., Clarissa Gora, Mina Schelpmeier, Carlotta Spadano und Claudia Schlutter


Kinder, die von ihren streitenden Eltern zwischen sie als „Schiedsrichter“ gestellt wurden. 

Foto von Mina Schelpmeier, Foto: Jan Haller

Mina Richman ist queere Musikerin, lebt in Bielefeld und arbeitet mit dem FLINTA* Ladies&Ladys Label zusammen. Gemeinsam mit Kamerafrau Clarissa Gora, die ebenfalls die Postproduktion rockte, hat das Team bereits zwei Musikvideos geschaffen und arbeitet bereits an ihrer dritten Kollaboration. 

Foto: Jan Haller

Instagram Mina Richman

Instagram Clarissa Gora

Schöner als Zuhause“
2:40 Min, Regie: Marie Pauline Bagh, Kamera: Muriel Wolf, Zeichnung & Animation: Maximilian Käppler, Produktion: ifs internationale Filmschule Köln

Für Frauen, die häusliche Gewalt erleben, ist ein Frauenhaus oft der einzige Ausweg. Dieser dokumentarische Kurzfilm soll einen kleinen Einblick in das Leben im Frauenhaus geben und dennoch die Anonymität wahren. 

Porträt von Marie Pauline Bagh, Foto von Ben Pawils

Marie Pauline Bagh: 1998 in Hamburg geboren, in Lübeck aufgewachsen. Nach Köln gegangen und Erfahrungen an Film-Sets gesammelt. Seit 2021 Regiestudium an der internationalen Filmschule Köln.

Foto: Ben Pawils

„Erzählst du mir meine Geschichten?“
6:54 Min., von Manuela Amarante Puerta

Eine junge Frau betritt eine futuristische Einzimmerwohnung und stellt sich der Entfremdung ihres eigenen Körpers. Über das Sich-wieder-ausgraben.

Manuela Amarante Puerta (22) studiert seit Oktober 2022 Filmregie an der Kunsthochschule für Medien Köln und arbeitet nebenbei selbstständig als Editorin. Seit ihrem Abitur im Juni 2020 hat sie als Regisseurin, Autorin und Kamerafrau eigene Projekte realisiert. Unter anderem fünf Kurzspielfilme, kleine Dokumentationen und experimentelle Projekte.

The Cervix Pass“
14:29 Min, von Marie Bottois


Lena ist Hebamme, ich bin ihre Patientin. Während sie meine Spirale austauscht filme ich unser Treffen. Die Kamera wird ein Spiegel, während sich ein fürsorgliches Verhältniszwischen der Hebamme, der Patientin und der Filmcrew entfaltet.

Marie Bottois ist Regisseurin und Cutterin. Sie ist Mitglied bei dem von Künstler*innen betriebenem Filmclab L’Etna und L’Abominable (France). Dank des feminischtische Kollectivs vom Etna, erforscht sie kollektives Filmen und entwickelt sich in photochemischen Filmtechniken weiter.